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Angkor oder what? 7

Angkor oder what? 8

Taxitour nach Thailand

Es ging endlich zurück und ich hatte wahrlich die Schnauze voll. Es waren einfach zu viele Eindrücke die ich an einem Tag gesammelt hatte sowas musste erst mal verarbeitet werden.

Mein Taxiknecht lieferte mich wohlbehalten beim Guesthouse ab und ich bedankte mich nochmal für die Tour. Er sagte mir noch das er immer vor dem Dead Fish steht und machte mir das Angebot mich bei meinem nächsten Besuch wieder zu chauffieren. Ein Angebot auf das ich immer wieder gerne zurückkommen werde.
In der Kneipe setzte ich mich an die Bar wo mich sofort der Manager begrüßte. Ich bestellte mir was zu essen und ging erst mal fix duschen um mir den Staub der Geschichte abzuwaschen denn ich roch bestimmt nicht wie ein Duftölspender nach der (Tor)Tour. Blankgeputzt und Abendfein setzte ich mich wieder an die Bar und musste erst mal dem Manager Rede und Antwort stehen. Ich erzählte meine Erlebnisse des Tages und hakte nochmal wegen dem Taxi für den nächsten Tag nach. "Überhaupt kein Problem um 10 Uhr steht der Wagen vor der Tür!" ich war beruhigt.

Auf die Frage nach meinem Allgemeinbefinden, konnte ich nur schmerzhaft mein Gesicht verziehen denn ich spürte wie sich so langsam ein handfester Muskelkater bildete. "Brauchst du eine Massage? Ich würde dich auch umsonst massieren." Elende Tucke, daher wehte der Wind also. Ich machte ihm höflich klar das ich auf solcherart Annäherungsversuche überhaupt nicht stehe und das er das falsche Geschlecht hat um mich zu massieren. Thema beendet, er wich aus und erzählte mir wie ich gestern Abend mit reichlich Schlagseite durch die Kneipe geschossen bin und er es nicht für möglich gehalten hat das ich es heute so lange ausgehalten habe. Ich grinste ihn nur an.

Inzwischen gesellte sich der Thai zu uns und fragte mich nach meinen Erlebnissen. Ich schaute ihn nur an und mit fiel nichts besseres ein, als ein langgezogenes "Wow" rauszuquetschen. Er nickte nur "Ich war schon so oft dort aber es wird nie langweilieg, immer entdeckt man etwas neues. Diese ganzen Verzierungen z.B. in Thailand würden die sich niemals die Arbeit machen alle Details wieder so zu rekonstruieren, mit Beton ausgießen, Farbe rüber und fertig. Aber was die hier anstellen ist schon unglaublich." Ich konnte ihm nur zustimmen. "Na du siehst nicht so aus, als wenn du heute Abend mitkommen würdest." musterte er mich. Und in der Tat ich hatte ein dringendes Bedürfnis meine Füße mal für 15 Minuten hochzulegen. Wir verabredeten uns um 9, ich zahlte und ging in meine Hütte. Shit, war ich kaputt und eine sofortige Dunkelheit umfing mich, nachdem ich meine Knochen auf dem Bett postiert hatte. Wie sich wohl jeder vorstellen kann, blieb es nicht bei der angekündigten Zeit und aus 15 Minuten wurden 12 Stunden.

Am nächsten Morgen wachte ich früh auf Zustand: komplett ausgenüchtert. Wie peinlich, erst eine dicke Lippe markieren und dann schwächeln. Außer einen Muskelkater ging mir das vorzüglich, duschen und ab zum Frühstück.

Ein aufgeregter Manager lief mir entgegen.
"Es hat die ganze Nacht geregnet und alle Straßen sind überflutet ein durchkommen ist unmöglich." "Nix da." sagte ich "Mein Freund wartet an der Grenze auf mich und ich kann ihn nicht Kontaktiren, das Taxi soll erst mal kommen und dann sehen wir weiter." Ich bestellte mir kopfschüttelnd das Essen und machte mir Gedanken um einen Alternativplan.

Wie sich nun jeder vorstellen kann gibt es kaum Alternativen in so einer Situation, ich war mit gedeih und verderb den Taxischergen ausgeliefert. Zwei Stunden später, ich war abmarschbereit, trudelte das Taxi ein und zu dritt besprachen wir die unveränderte Lage. Es war aussichtslos, der Fahrer wollte erst dann starten wenn ein Kollege von ihm das ok gibt das die Straße frei ist. Frustriert kramte ich meine Karte raus und suchte nach einem anderen Weg. Es gab keinen und so sagte ich zum Manager das ich denn wohl am nächsten Tag nach Along Veng fahren müsse.

Der Taxifahrer spitze die Ohren und schnackte mit dem Manager ein paar Sätze auf Khmer. "Ähhh wo wolltest du nochmal genau hin?" Fragte er mich. " Na nach Along Veng! Ich dachte das hätten wir besprochen." sagte ich
und Tippte mit dem Finger auf die Karte. So ziemlich kleinlaut räumte er ein, das die Straße nach Along Veng frei war und er immer davon ausgegangen ist, das Along Veng in der Nähe von Poi Pet liegt. Ich musste mich erst mal wegdrehen biss mir auf die Lippe und wünsche mir ein Hartholzbalken gegen den ich meinen Kopf schlagen könnte bis ich tot umfalle. Nach dem der Schmerz vorüber war, breitete ich die Karte aus und zeigte auf die westliche Ecke
des Landes "Poi Pet" und danach auf die nördliche Grenze " Along Veng, kapiert?" Er entschuldigte sich für diese kleine Unannehmlichkeit und fragte mich woher ich die Karte habe, sowas wäre in Zukunft sehr nützlich für ihn um solche Missverständnisse zu vermeiden. Wenn es weiter nichts ist, ich griff seinen Arm und führte ihn 5m bis zum angrenzenden Tante-emma-laden, zeigte von außen auf einen Zeitungständer und sagte "Karte... 3,5$".

Ich hatte mich schon wieder abreagiert und dankte dem Regengott für den nächtlichen Schauer, ohne ihn würde ich jetzt in einem Taxi nach Poi Pet sitzen und es noch nicht mal merken. Nach einem Telefonat teilte mir der Manager mit, das diese Strecke 2 $ teurer ist weil es einen langen Berg hochgeht. Obwohl ich den Sinn nicht verstand, denn der Weg nach Poi Pet ist fast doppelt so lang, willigte ich ein.

Alles schien nun in Ordnung bis der Taxifahrer Nr.1 sich ins Auto setzte und ohne mich ab düste. Mit großen Augen schaute ich den Manager fragend an und zeigte nur auf den Wagen der immer kleiner wurde. "Hat der nicht was vergessen?" "Nein, für diese Strecke kommt gleich ein anderes Taxi" beruhigte er mich. Es war schon alles ein bischen seltsam, so langsam fingen meine Alarmglocken an zu bimmeln. "Übliches Chaos?" oder "wir klopfen den Touri weich!" Ich war mir nicht mehr sicher. 15 min später, ein "neuer" Wagen und Taxifahrer Nr.2 vor der Tür.



Der verzweifelt versuchte meinen Koffer in dem Kofferraum zu verstauen, was sich aber als schwierig gestaltete weil ein Gastank den meisten Platz dort verbrauchte. Also landete der Koffer auf der hinteren Sitzbank. Mir sollte es recht sein ich zahlte 50% des Fahrpreises an aber nicht ohne mir eine Bestätigung vom Manager geben zu lassen und verabschiedete mich von ihn und seinem Rezeptionshäschen.



Auf den ersten Metern testete ich die Englischkenntnisse meines Fahrers aber ich hätte mich ebenso gut mit der eingerissenen Frontscheibe unterhalten können. Kein Ton sagte der Kerl und er war doppelt so breit wie ich. Mir war nicht ganz unmulmig zu Mute denn schließlich fuhren wir gen Norden nach Along Veng, der letzten Zufluchtsstätte der Roten Khmer.
Die Fahrt dauerte aber nicht lange, auf einem belebten Marktplatz stoppt er, stieg aus und ward nie wieder gesehen. "Das war ja eine kurze Vorstellung" dachte ich nicht ohne Sorge denn das Auto war plötzlich von vielen Männern umringt die sich laut unterhielten. Der Kofferraum wurde geöffnet und wieder zugehauen undplötzlich öffnete einer die Tür an der Seite wo mein Koffer stand. Mir platzte der Arsch und ich drehte mich um und fauchte ihn auf deutsch an das er die Finger von mein Koffer lassen solle. In welchen Film bin ich den da gelandet? Was geht den nun ab? Ich war stocksauer. Die Hände verschwanden von meinen Koffer und die Tür wurde wieder sanft zugedrückt. Ich musste mich unbedingt wieder in den Griff bekommen aber leichter gesagt als getan. Von nun an palaverten die Typen nicht mehr so dicht Auto sondern hielten einen gewissen Abstand und so konnte ich erst mal meine Systeme wieder runterfahren. Wiederum ging die Tür auf und ein "Jüngling" ca 18 Jahre setzt sich neben meinen Koffer. Ich musterte ihn eindringlich und er wusste nicht wo er zuerst hinschauen sollte. Ein schüchternes Bübchen, also keine Gefahr.

Viel später wurde mir klar das die Taxigenossenschaft wohl keinen Wagen aus der Stadt lässt der nicht voll besetzt ist. Ich blöder Esel, ich hatte wohl wieder überreagiert als die Typen meinen Koffer nochmal in den Kofferraum verstauen wollten um den Platz hinter mir auch noch zu verkaufen. Dabei hatte ich doch vorher schon Abstis und Hainerles Reiseberrichte gelesen und müsste es besser wissen. Andererseits war dadurch mein Rücken frei, auch nicht schlecht.

Eine Minute später machte ich auch Bekanntschaft mit Fahrer Nr.3, genau so ein Hemd wie "mein" Fahrgast, ich hatte schließlich ein Wagen für mich alleine geordert. Es konnte also endlich losgehen und wir fuhren aus der Stadt raus in Richtung....

....Phnom Penh, ich fühlte eine leichte röte in mir aufsteigen und meine Halsschlagadern traten wieder etwas hervor.
Do you speak english. Khun phuut phaasaa thai dai mai? Mein Fahrer guckte mich nur verständnislos an. Ich drehte mich um aber mein Fahrgast guckte nur schlagartig nach draußen. Ich setzt zur Frage an besann mich aber eines besseren, der Kollege würde in 100 Jahren nicht mit mir reden. Letzter Versuch, ich zeigte in Fahrtrichtung und fragte "Along Veng?", wenigstens jetzt nickte der Fahrer.

"Vertrauen! hab doch endlich mal vertrauen Sausa!" versuchte ich mich zu beruhigen. Bei einem kurzen Stop wurde die Gasbombe im Kofferraum wieder aufgefüllt und weiter ging es in Richtung Phnom Penh. Plötzlich bog er links auf so eine Art breiten Feldweg ab.









Zu meiner Beruhigung kam uns 5 min später ein Bus entgegen und auf dem Schild konnte ich klar und deutlich Along Veng - Siem Reap lesen. Was war ich blos für ein Idiot gewesen, der ganze Adrenalinausstoß völlig umsonst. Ich bedauerte schon das ich letzten Abend so früh schlafen gegangen bin, hätte ich mir einen in den Kopf gehebelt dann würde ich jetzt friedlich schnarchend neben den Fahrer sitzen und mir nicht das Hirn zermartern wo der Typ jetzt hinfährt. Auf der Buckelpiste würde ich nicht schneller als 30 fahren aber der Taxiknecht fuhr einen Schnitt von ca. 90. Nur an den abenteuerlichen Brücken schaltete er einen Gang runter.



Die eintönige Landschaft flog nur so an mir vorbei.




Ich hatte mich wieder ein bischen beruhigt aber meine "M 5d" wollte ich sicherheitshalber doch nicht auspacken. Die beiden strahlten zwar keine Gefahr für mich aus aber trotzdem blieb ich auf der hut, man kann ja nie wissen. Also verbrachte ich die Zeit damit, die Geschwindigkeit zu schätzen ab wann die Reifen keinen Bodenkontakt mehr zur Straße haben und rauchte eine nach der anderen.
Nach zwei Stunden erreichten wir Along Veng



Ein staubiger, öder und trostloser Ort. An einer Kreuzung, hielt mein Fahrer und natürlich wurde der Wagen gleich von einigen Männern gestürmt. Der Fahrer und mein Fahrgast stiegen aus und ich sah durchs Fenster wie ein paar bunte Scheine den Besitzer wechselten. "Das geht mich nix an" dachte ich noch als wiederum die Tür aufging und sich Fahrer Nr. 4 neben mich hinsetzte. "Ich bekomme noch 17$ von dir" sagte er in einem akzeptablen Englisch. Ich schaute ihm lange in die Augen und schüttelte langsam den Kopf. "Neee, die bekommst du nicht" sagte ich mit fester Stimme. Er war verwirrt und hielt mir einen Zettel unter die Nase. Den beachtete ich aber nicht und zeigte nur auf ein Schild an der Kreuzung. "Chong Sangam 14 km" (Grenzübergang in Thailand) "Dort bekommst du 17 $, hier bekommst du nichts!!!" sagte ich und durchbohrte ihn mit meinem Blick.
Es war mir inzwischen scheißegal was die Taxiknechte über mich denken oder was sie tun. Eins schaffen die bestimmt aber nicht mehr, mich nochmal auf die Palme zu bringen. Arrogant gelangweilt schaute ich nach vorne zu den Bergen, und hörte wie die Tür zuging und der Motor startete. "Geht doch" dachte ich zufrieden und bot Fahrer Nr. 4 nach der Kreuzung eine Zigarette an. Außerhalb der Stadt wechselte der Fahrbahnbelag.




und es ging in die Berge



auf dem Gipfel bog er schlagartig nach rechts ab und fuhr durch ein kleines Dorf mit dem typischen Markt direkt an der Grenze wo mich Hainerles Frau mich dem ruf "Sawasdee Khrab Pua Noi" sofort in Empfang nahm.

Ich hatte es geschafft und mir fiel ein ganzer Steinbruch vom Herzen.

Die eine Stunde Verspätung, im anbetracht der Vorfälle, hielt ich für mehr als angemessen, konnte aber Kim, die auch auf der anderen Seite wartete, sofort zum Geburtstag gratulieren.

Mission possible

Nachdem ich Taxiknecht Nr 4 ausgezahlt hatte und den Formalitäten an der Grenze



konnte ich auch Hainerle begrüßen, natürlich nicht ohne mir eine Mecker wegen meiner Verspätung anzuhören aber das war mir egal.
Hainerle hatte recht behalten.

"Ein Sausa kann schadlos quer durch das wilde Land fahren!"

Noch ein letzter, vielleicht sehsüchtiger Blick zurück...



...aber ich hatte es geschaft ich war in Thailand.

Das waren meine Erlebnisse vom März 07 in Kambodscha aber meine Tour ging in Thailand weiter. Es sollte noch eine Kuriosität und eine Megaparty auf mich warten, neugierig geworden?

Der Bericht "
Wat Lan Kuat, der eine Millionen Flaschentempel" ist die Fortsetzung meiner Tour im März.





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