Pattaya einmal anders
Hallo Leute, das ist eine Leseprobe von meinem Bericht:
„Pattaya einmal anders“
Da der Bericht etwas zu lang für eine Internetseite geworden ist und viele Freunde von mir am Computer so lesefaul sind, beabsichtige ich in nächster Zeit die komplette Story in Buchform rauszugeben.
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Leseprobe
Im Zimmer waren nur Noy und meine Lieblingsputze, die ich mit den Worten „Na du wildes Ding sabai dee mai“ lächelnd begrüßte. Sie meinte dass es ihr hervorragend geht und sprang auf und ging zum Kühlschrank und reichte mir ein Bier, wobei ich bemerkt hatte dass sie ihn wieder aufgefüllt hatte. Gutes Kind „Khob kuhn maaak khab“ sagte ich und machte die Geste das sie sich auch was nehmen konnte. Wer die schweren Dosen den ganzen Tag in mein Zimmer schleppt, die alten Kabongs auch noch entsorgt der kann jeder Zeit meinen Freezer plündern. Noy hatte mir mal erzählt das sie sogar noch ein wenig Geld für die leeren Dosen bekommt.
Ich lies die Damen schnattern lehnte mich zurück und machte mir Gedanken was wir heut Abend wohl machen werden. Dabei bin ich wohl eingeschlafen bis mich ein bestialischer Gestank hochschrecken lies. Noy stand am Ventilator und knabberte vergnügt an einem getrockneten Kopffüßler.
Als sie bemerkte was mich geweckt hatte, legte sie das wohl vor Monaten verendete Tier weg, schloss die Tür, nahm Anlauf und landete auf mir. „Ohhh Sorry“ flüsterte sie und versuchte mich zu küssen. Sie kannte genau meine Meinung was das Küssen nach dem Genuss von südostasiatischen Spezialitäten anging. Erst konnte ich sie abwehren aber später hatte ich keine Chance mehr.
Eine Stunde später duschten wir zusammen aber diesmal wurde ich nicht nur einfach mit einem C-Schlauch abgespült, sondern sie hatte sich jeden Quadratzentimeter meiner Haut beschäftigt.
Ich stellte fest das Noy den Profis im „Sabai Dee“ um nichts nachstand, obwohl wir nur in einer Dusche (ca. 1x1 Meter) mit kalten Wasser rumspielten.
Ich weiß das ist hässlich, aber wer kann schon was gegen den „keinen Mann“ im Ohr tun, der einem immer so einen Müll erzählt und noch dazu in so einer Situation. Ich wische die Gedanken einfach weg und lies mich treiben. Das diese Waschung nicht ohne Folgen blieb, kann sich jeder wohl vorstellen, so blieben wir ca. eine halbe Stunde unter der Dusche, trockneten uns gegenseitig ab uns landeten wieder in der Kiste wo das Spiel von neuem begann. Obwohl es früh am Abend war, verließen wir unseren Raum nicht und haben auch die Tür nicht mehr geöffnet.
Am nächsten Morgen wachte ich durch irgendwas auf und wie immer lugte ich zuerst zur geschlossenen! Tür. Noy, die wie immer vor mir wach war lachte kurz auf und sagte Frühstück.
Ich drehte mich um und sah dass sie schon alles bestellt hatte.
Auf dem Nachtbarbett standen zwei Tabletts, eins mit Thaifood und das andere mit zwei Kännchen Kaffee und dem üblichen american Breakfast.
Ich richtete mich verschlafen auf, gab Noy einen Kuss und vertilgte die Eier mit dem Toast.
Boahh.. was war bloß los, wir beide frühstücken alleine???
Soweit ich mich erinnern konnte, hatten wir das in Deutschland das letzte Mal gemacht. Nicht das ich skeptisch wurde aber ich war schon neugierig wie der Tag wohl weitergehen würde.
War das herrlich in aller Seelenruhe den Kaffee schlürfen, eine Zigarette rauchen und ohne neugierigen Blicken ausgesetzt zu sein zur Dusche gehen um nach dem duschen das zweite Kännchen Kaffee zu trinken. Ich war, wie soll ich sagen, rundum zufrieden, so saß ich auf dem Bett und grinste wie ein Honigkuchenpferd. Noy schmiegte sich an mich und meinte traurig das es nun nicht mehr lange dauern würde und ich dann wieder nach Hause müsste.
„Aber Don bekommt das Visa ganz bestimmt und dann bleib ich noch eine Woche länger“ sagte ich und drückte sie fest an mich „und dann dauert es nicht mehr lange und du kannst wieder ein Visa machen“ tröstete ich weiter. Das war nun mal unser Dilemma, mein Job fängt jedes Jahr im Frühjahr an und denn wird bis November von morgens um 5 Uhr bis abends um 7 Uhr durchgearbeitet bis ich wieder Arbeitslos bin und ins gelobte Land fliegen kann. Es war einfach ein Teufelskreis, ich könnte natürlich einen anderen Job machen, wo ich jeden Tag um 4 Uhr zu Hause bin aber denn würde ich natürlich nicht so viel Geld verdienen um mir die ganzen Flüge leisten zu könnten.
Ich sparte mir die Erklärung da sie unsere Situation nur zu genau kannte.
Sie seufzte und fragte mich ob ich noch einen Kaffee möchte.
Ich verneinte, irgendwie wollte ich den Frieden des Momentes nicht stören weil, ich befürchtete wenn der Hotelboy kommt und die Tür nur für einen Augenblick aufgeht, wieder alle Leute wieder in unser Zimmer strömen würden. Andererseits wurde es auch langsam warm im Zimmer.
Ich sah Noy lange in ihre schwarzen Mandelaugen, lächelte verschmitzt, kniff ein Auge zu und fragte nur „shoppen?“
Sie lachte kurz auf, gab mir einen Kuss und ging in die Toilette um sich aufzubrezeln.
Nicht das ich Noy mit dem Wort shoppen beruhigen könnte, wie ein Kind dem man ein Stück Schokolade in den Mund schiebt wenn es heult, sondern ich erinnerte sie an eine Talkshow bei der wir mal herzhaft gelacht haben.
Trotz meinen bescheidenen Englischkenntnissen musste ich in Deutschland immer irgendwelche saublöden Talkshow`s simultanübersetzten die sich Noy fasziniert reinzog, weil die Showmaster immer die schrillsten Typen einladen. Ich konnte sie immer noch das gackern hören“ luck luck a chickenman“, als ein zerfetzter Punker die Bühne betrat und damit rumgeprahlt hat, mit welchen Kostbarkeiten er seine Auserwählte verwöhnt und als ich es vor lauter Lachen geschafft hatte den Unsinn zu übersetzen, konnten wir uns nicht mehr einbekommen.
Ach ja...... das war zu einer Zeit wo sich keiner von uns Gedanken über eine zeitweise Trennung machen musste und recht hatte sie, es war nicht mehr lange hin zu diesen Zeitpunkt den man am liebsten aus seinen Gedächtnis streicht. „Wo ist bloß die Zeit geblieben?????“ dachte ich betrübt und starrte die Wand an. Ein „Darling!!!!!!!! bai duai!!!!!!“ (gehen wir !!!) schreckte mich auf.
„Jo, geht gleich los“ sagte ich und schnallte mir meine Sandalen um. Draußen charterten wir uns zwei Mopeds und ab ging es zum Big C.
Mit der zielsicheren Präzision eines Scharfschützenprojektils schlug Noy im ersten Klamottengeschäft auf und verschwand erst mal zwischen den Regalen. Hin und wieder tauchte sie auf, zeigte mir was und ohne auf meine Antwort zu warten verschwand sie wieder mit der Verkäuferin.
Ich kann das bis heute nicht nachvollziehen wie man sich mit so einer Hingabe T-Shirts angucken kann. Wenn ich z.B. einen TV in einen Technikmarkt kaufe, dann dauert das max. 15 min. da ich weiß was ich haben will, aber so was ist mir unbegreiflich. Jede deutsche Verkäuferin währe auch spätestens nach einer halben Stunde abgedreht weil sie Unmengen von Klamotten wieder feinsäuberlich wieder zusammenfalten muss.
Nach einer dreiviertel Stunde wurde mir das zu blöd da so sinnlos rumzustehen, es war noch nicht ersichtlich das Noy sich auch nur für eine Socke entschieden hat. Da ich die „Anstandsdreiviertelstunde“ an Leib und Seele unbeschadet überstanden hatte, schnappte ich mir Noy als sie das nächste mal auftauchte, drückte ihr 1000 Baht in die Hand und heuchelte etwas von Internetkaffee und dringenden E-Mails für Marco.
Da ich überhaupt keine konstruktive Hilfe bei solchen schwierigen Entscheidungen geben kann, wusste Noy schon von vorherigen Einkaufsmarathons, also war sie froh das sie diesen quengelnden Klotz am Bein endlich los war und sich 120% auf ihre Mission konzentrieren konnte.
Ich ging erst mal zu dem zweistöckigen Einkaufsbereich im Big-C und schlenderte durch die Technikabteilung wo mir ein elektrischer Insektenkiller sofort ins Auge stach.
Cooles Teil, geil so was wollte ich schon immer haben.
In Gedanken malte ich mir den Spaß schon aus wie dieses Ding in der Nacht unaufhörlich knacken wird wenn sich der Feind an die unter Hochspannung stehenden Gitterstäbe verirrt.
„Es ist zwar ein schneller tot die diese kleinen Monster nicht verdient haben, aber vielleicht finde ich noch eine Möglichkeit die Spannung ein wenig runter zuschrauben, damit die kleinen Scheißer ein wenig langsamer brutzeln und vielleicht noch nach Hilfe schreien können, wenn sie qualvoll verenden um noch mehr zu Hilfe eilende Feinde in diesen effektiven Tötungsapparat locken“ dachte ich mit einem grimmigen Lächeln.
Dieses Gerät wird zweifellos ein nützlicher Kampfgenosse in diesem ungleichen Krieg gegen Milliarden von Blutsaugern sein. Bei näherer Betrachtung fiel mir sofort ein tiefgründiger Dialog der Filmgeschichte ein, den Rambo mit einem afghanischen Freiheitskämpfer geführt hatte: „Was macht das blaue Licht? Rambo: es leuchtet blau!“ Keine Frage ich musste das Teil einfach haben, so griff ich mir einen Karton und sah mich weiter in der Abteilung um.
Ich musste mich etwas beherrschen das ich nicht sofort nach Hause fahre, um im Hotel unter Verachtung des Genfer Abkommens, Experimente mit lebenden Kriegsgefangenen zu machen, da Noy bestimmt noch lange nicht fertig ist. Zu Sicherheit kaufte ich noch eine Verlängerungsschnur und ging zum Klamottenladen um zu sehen ob Noy schon einen Schritt weitergekommen ist.
Sie war aber schon weg und als die Verkäuferin mich sah, zeigte sie auf einen Schuhladen.
Da hätte ich auch selber kommen können, Schuhe ja Schuhe ..... sind bestimmt eine Erfindung von Frauen für Frauen um Männer endgültig in den Wahnsinn zu treiben.
So erblickte ich sie in dem Laden, sie strahlte wie ein Kind vor dem Gabentisch und war zweifellos im siebenten Schuhhimmel. Ich wagte es sie anzusprechen und schon kredenzte sie mir ihre Wunschpantoffeln. Ich sah sie mir völlig ohne eine Empfindung an und rang nach Worten.
In meinen Gehirn kreiste nur noch ein Satz: „Egal was du jetzt tust, sag bloß jetzt nichts falsches!!!“
„Jaaaaaa wirklich...... ganz Nett“ platzte es aus mir raus.
Shit, war ich das eben der so einen Stuss gefaselt hat? Oh..ha eigentlich sollte es doch „Wow, echt geile Treter die sehen echt stark zu deiner schwarzen Hose aus, die musst du unbedingt kaufen!!!!“ heißen. Nun war es aber zu spät und ich versuchte noch mit der Frage „Hast du denn noch ein passendes Shirt oder eine Hose zu den Schuhen gekauft, Schatz?“ mein mangelndes Interesse an der Mode zu überspielen. „In dem anderen Laden wollte ich nur gucken aber ich habe dort nichts gekauft.“ sagte sie in einem ganz normalen ton.
Ich war schon ein wenig verwundert, die ganze Zeit hatte sie in den Laden verbracht nur um zu gucken? Ich hätte wenigstens ein paar Socken gekauft, nur das sich die Verkäuferin verarscht vorkommt, aber trotzdem fiel mir ein Stein vom Herzen.
„Ok dann kauf die Schuhe und lass uns ein Eis essen gehen, guck mal was ich gefunden habe.“ meinte ich stolz und zeigte ihr meinen neuen Kampfgefährten.
Sie überlegte lange und sagte schließlich „Wow, das ist eine gute Idee dann müssen wir das blöde Mosquitospray nicht mehr einsetzten davon brannten immer meine Augen“
„Jo so iss es, sollen sie nur kommen“ strahlte ich aber sie hatte recht, schon Tage vorher hab ich abends immer chemische Kampfmittel eingesetzt die, wie ich meinte, am Anfang sehr effektiv waren, bloß später wurde ich wieder angenagt. Nun hatte sich das Blatt aber gewendet, ich war mir sicher ein blaues Licht am Ende des Tunnels zu sehen und nach dem Eis fuhren wir wieder zurück zum Hotel wo ich sofort meine neuste Errungenschaft auspackte und in Betrieb setzte.
Noy schnallte sich ihre neuen Latschen um und lief sofort rüber zur Japanlady um sich eine weibliche Meinung über ihre neuen Treter zu holen und ich positionierte meine neue Errungenschaft fachgerecht in unserem Zimmer.
Ich guckte in alle Ecken und Winkel wo sich die Blutsauger gerne aufhalten und auf die Nacht warten aber ich hatte kein Glück. Ich fand einfach kein einziges Exemplar um ein paar Experimente zu machen.
Das ich Pheromone eines Mosquitomännchen hier irgendwo käuflich erwerben könnte, um ein paar Mosquitomädels auch am Tag anzulocken, hielt ich für ausgeschlossen also musste auf den Sonnenuntergang warten und dem blauen Licht vertrauen.


